Gouverneur Perry zu Hinrichtung von Gary Etheridge am 20. August eingeladen.

ZUR SOFORTIGEN VERÖFFENTLICHUNG:

Livingston, TX -

"... falls Sie Texas erlauben, die Hinrichtung auszuführen, möchte ich Sie
einladen, der Hinrichtung gemeinsam mit mir beizuwohnen, denn in diesem Fall
benötige ich Ihre Unterstützung. Ich brauche eine Schulter, an die ich mich
lehnen kann und jemanden, der mir erklärt, daß es das Richtige ist, meinen
Ehemann zu ermorden." - Garys Frau Claudia in einem Brief an den Gouverneur
Rick Perry - 17. Mai 2002.

Gouverneur Rick Perry wurde förmlich dazu eingeladen, der Hinrichtung von
Gary Etheridge am 20. August 2002 beizuwohnen, sollte er nicht eingreifen
und die Hinrichtung stoppen, um weitere Untersuchungen zuzulassen. Die
Einladung wurde von Garys Frau Claudia zusammen mit der Canadian Coalition
Against The Death Penalty in Garys Namen ausgesprochen.

Ursprünglich wurde der Gouverneur im Mai zu der Hinrichtung eingeladen, als
Gary einen anderen Hinrichtungstermin hatte, der jedoch gestoppt wurde.
Perry hat bis jetzt nicht auf den Brief und die Einladung von Frau Etheridge
geantwortet. Am 17. August wurde ein Einschreibebrief an das Büro des
Gouverneurs geschickt, in dem die Einladung erneut ausgesprochen wurde. "
... Es ist jetzt an der Zeit den Mut aufzubringen, zu Ihren Entscheidungen
und zu Ihren Worten zu stehen. Ich denke, es ist wichtig für Sie,
letztendlich einer Hinrichtung beizuwohnen, da Sie bereits schon so viele
Hinrichtungsbefehle unterschrieben haben", ist in dem Brief zu lesen.

Die Mitwirkung der Kanadischen Gruppe ist "Ausdruck für den  Grad der
zunehmenden Besorgnis der internationalen Völkergemeinsachaft über den
andauernden Enthusiasmus an Texecutionen", berichtet Dave Parkinson,
Direktor der Coalition in Toronto.

Die Kanadische Gruppe ruft ihre Unterstützer sowohl in Texas als auch aus
aller Welt ebenfalls dazu auf, sich des kürzlichen Aufrufes der Texanischen
Aktivisten zu einem Boykott des Lone Star Staates wegen seiner andauernden
Anwendung der Todesstrafe anzuschließen.

"Der Gouverneur muß sich nicht nur seinen eigenen Überzeugungen in Texas
stellen, sondern ebenfalls gegenüber seinen politschen und wirtschaftlichen
Verbündeten auf internationaler Ebene," sagt Parkinson. "Perrys Antwort auf
die Einladung, der Hinrichtung beizuwohnen, wird zeigen, ob er die
Verantwortung in dieser Angelegenheit übernimmt oder ob ein Todesbefehl für
ihn nur ein weiteres Stück Papier auf einem Stapel auf seinem Schreibtisch
ist, das unterzeichnet werden muß, ohne sich Gedanken über die Auswirkungen
seiner Billigung zu machen."

CCADPs Tracy Lamourie fügt hinzu, "Etheridges Einladung bedeutet für den
Gouverneur die einmalige Gelegenheit, entweder den Mut zu haben, zu seinen
Idealen zu stehen,  die augenscheinlich das Nehmen eines Lebens beinhaltet
oder der internationalen Gemeinde zu zeigen, wie wenig Gedanken er sich über
die Ausmaße der Ereignisse macht, sollte er die Einladung ignorieren."

Der Gouverneur wurde bereits dazu aufgefordert, sich selbst wegen
Befangenheit aufgrund seiner früheren Parteinahme in diesem Fall,
zurückzuziehen. Sollte sich Gouverneur Perry von dem Fall zurückziehen, hat
die Einladung nach wie vor Bestand, da er nicht nur in Garys Fall der
Unterzeichnende ist, sondern in regelmäßigem Turnus in dem Fall von
Dutzenden von Häftlingen, seit er Gouverneur Bush ersetzt hat. Außerdem wird
die Einladung in diesem Fall erweitert auf den Lieutenant Governor. Die
Einladung an den Gouverneur endet mit den Worten: "Mit diesem Brief lade ich
Sie höflich im Namen von Herrn Gary Etheridge, im Namen der Canadian
Coalition Against The Death Penalty und in meinem Namen, dazu ein, der
Ermordung von Herrn Etheridge am 20. August 2002, nach 18.00 Uhr,
beizuwohnen. Mit freundlichen Grüßen, Claudia Schweiger-Etheridge"

Wir erwarten eine Antwort des Gouverneurs, ob er den Mut hat, zu seinen
Entscheidungen zu stehen und der Hinrichtung beiwohnen wird.

Die CCADP und Claudia Etheridge haben beide eine Website für Gary Etheridge
eingerichtet:
Besuchen Sie die Seiten unter:
http://www.ccadp.org/garyetheridge.htm
http://www.garyetheridge.com

Lesen Sie den Text des Einladungsbriefes an den Gouverneur vom 17. August 2002
http://www.ccadp.org/aug17claudia.htm

Lesen Sie den Text des Einladungsbriefes an den Gouverneur vom 17. Mai 2002
http://www.garyetheridge.com/letters.html

Für weitere Informationen, ob der Gouverneur der Hinrichtung beiwohnen wird:
Kontaktieren Sie das Büro des Gouverneurs
Telefon: 001-512-463-2000
Fax: 011- 512-463-1849

Weitere Informationen über die Einladung, über Gary Etheridge und seinen
Fall oder über die CCADP oder wenn Sie Claudia über die CCADP erreichen
möchten, kontaktieren Sie bitte:

Dave Parkinson oder Tracy Lamourie
Leider der Canadian Coalition Against the Death Penalty
http://www.ccadp.org     info@ccadp.org
416-693-9112
 
 

Livingston, 16. August 2002

Lieber Gouverneur Perry,

wie Ihnen bekannt ist, ist Texas dabei, meinen Ehemann, Herrn Gary Wayne
Etheridge, # 000986, am 20. August 2002 für einen Mord hinzurichten, den er
nicht begangen hat.

Ihnen sind alle Fakten des Falles bekannt und auch, daß ein DNA Test Gary
entlasten könnte. Sie wissen, daß es immer noch so viele offene Fragen in
seinem Fall gibt, aber in dem Fall, daß es am nächsten Dienstag keine
Gerechtigkeit geben wird und Sie die Papiere unterschreiben werden, die es
Texas erlauben, Herrn Etheridge zu ermorden, möchte ich Sie erneut dazu
einladen, die Hinrichtung mit mir zusammen anzusehen.

Da Sie Herrn Etheridges Fall in 1998 als Sprungbrett für Ihre eigene
politische Karriere benutzt haben, ist es jetzt an der Zeit, den Mut
aufzubringen, zu Ihren Entscheidungen und zu Ihren Worten zu stehen. Ich
denke, es ist wichtig für Sie, letztendlich einer Hinrichtung beizuwohnen,
da Sie bereits schon so viele Hinrichtungsbefehle unterschrieben haben. Es
sollte zur Aufgabe aller Personen gehören, die mithelfen, einen angeklagten
Mann zu ermorden. Es sollte zur Aufgabe der Jury, der Staatsanwaltschaft,
der Strafverteidiger und Richter gehören, genauso wie für die Mitglieder des
Begnadigungsausschußes und für Sie, den Gouverneur von Texas, einer
Hinrichtung beizuwohnen, um vollkommen zu verstehen, was Sie tun, indem Sie
einen Menschen zum Tode verurteilen.

Es ist einfach, eine Meinung zu haben und diese zu vertreten, ohne sich mit
dem Menschen, der hingerichtet werden soll, auseinanderzusetzen; nicht mit
ihm zu sprechen, nicht hinter die Fassade zu blicken und sich nicht zu
fragen, ob er einen fairen Prozeß hatte. Sich nicht die Zeit zu nehmen, sich
beide Seiten der Geschichte anzuhören ist sehr schade und ungerecht. Wie
kann ein Prozeß fair gewesen sein, wenn die Jury keinerlei mildernden
Umstände gehört hat ? Wie kann ein Prozeß fair gewesen sein, wenn die
Strafverteidiger erst Jahre nach dem Prozeß eine schriftliche Erklärung
abgaben, daß sie vom ersten Tag an glaubten, daß Herr Etheridge nicht allein
am Tatort war, da es darüber Beweise am Tatort gab.

Schade, daß die Jury diese Erklärung niemals zu hören bekam. Schade, daß die
Jury niemals hörte, daß es Beweise am Tatort gab, daß Herr Etheridge nicht
allein dort war. Was für eine Schande, daß Texas lieber einen unschuldigen
Mann verurteilt, nur weil er damals, in 1990 nicht gestand, daß sein
jüngerer Bruder Michael mit ihm am Tatort war, und daß sein Bruder Mike der
Mörder ist. Es ist eine Schande, daß man Herrn Etheridge verurteilt hat, nur
weil er vor 12 Jahren seinen kleinen Bruder beschützt hat.

Mit diesem Brief lade ich Sie höflich im Namen von Herrn Gary Etheridge, im
Namen der Canadian Coalition Against The Death Penalty und in meinem Namen,
dazu ein, der Ermordung von Herrn Etheridge am 20. August 2002, nach 18.00
Uhr, beizuwohnen. Mit freundlichen Grüßen, Claudia Schweiger-Etheridge